Nachdem der offizielle Spielbetrieb während des 1. Weltkriegs 1914-1918 ruhte, fanden bereits 1919 wieder erste Übungsspiele statt. Vorausgegangen war eine Mitgliederversammlung im damaligen Hotel Stadt Hamburg, in der entschieden wurde, den F.C. Rantzau von 1912 wieder ins Leben zu rufen. Damit wurde der Gedanke verworfen, anstelle des "Fußball Clubs Rantzau" einen "Spiel- und Sportverein Rantzau" mit mehreren Sparten zu gründen. Auf diese Weise sollte eine Konkurrenzsituation mit dem BMTV vermieden werden. Diese ersten Übungsspiele fanden dann allerdings nicht auf der angestammten Düsterlohe statt, sondern auf der "Weide des Landsmann Kruse (Schäferhof)" östlich der Brunnenstraße (heute Ahornhof).
1922 F.C. Rantzau auf der Düsterlohe von links: Sass, Schmuck ( Vater "unseres" Günter Schmuck), Bornemann, Weitendorf, Rathsach, Kühl, Prange, Hans Drath (Baumschule), Pieper, Hartz, Ernst Biesterfeldt (damaliger Vereinsvorsitzender und späteres Ehrenmitglied), Kunde
Auf dem Torbalken ist zu lesen "F.C. Rantzau im BMTV". Diese Fusion bestand tatsächlich zwischen 1921 und 1924. Der Gedanke, der einer solchen Vereinskonstruktion zugrunde lag, war die Bündelung sportlicher Angebote in einem Großverein. Allerdings trennte man sich bereits wieder 1924 und ging wieder getrennte Wege.
1924 Der F.C. Rantzau lädt mit einem Inserat in der Barmstedter Zeitung zum Rantzau - Karneval. Diese Karnevalsveranstaltung fand statt auf dem Saal des damaligen "Barmstedter Hofs". Gemeint ist damit natürlich nicht der heute allen bekannte Barmstedter Hof in der Königstr., sondern ein Saalbetrieb, der sich damals Am Markt befand. Heute steht dort das Barmstedter Rathaus. Der damalige Rantzau-Karneval gilt als Vorläufer der späteren legendären FUBAMA und heutigen Blau-Weißen-Nächte.
1924 Ein Foto aus dem Nachlass unseres Mitbegründers und Ehrenmitglieds Ernst Biesterfeldt mit dessen eigenhändiger Beschriftung. Es zeigt den Start der Anreise auf dem Bahnhof Barmstedt nach Hamburg Altona. Das Spiel gegen Olympia Altona gewannen die Rantzauer mit 5 : 0
1927 Liga des F.C. Rantzau (weiße Hosen) vor dem ein Jahr zuvor erbauten Sporthaus auf der Düsterlohe. Auch die Linden in der heutigen "Hannes Vollstedt-Allee" standen damals schon. Stehend: 4. von links Johannes Schmuck (Vater von Günter Schmuck), 4. von rechts Hans Drath (Baumschule). Das Foto wurde aufgenommen auf dem mittleren der damals drei Plätze auf der Düsterlohe (nebeneinander in Nord-Süd Richtung). Auf dem westlichen (heute Kunstrasenplatz) spielten damals der S.V. Nordstern (Sozialdemokraten) sowie der S.V. Freiheit (Kommunistische Partei). Der östlich gelegene Platz wurde vom BMTV genutzt.
Fotos und Text Siegfried Seidler
An dieser Stelle werden in den nächsten Wochen in unregelmäßigen Abständen historische Fotos aus dem SSV-Archiv erscheinen. Diese Auswahl von Fotos soll in chronologischer Reihenfolge einen kleinen Einblick in die jeweilige damalige Fußballgeschichte auf der Barmstedter Düsterlohe wiedergeben. Sie beginnen mit den Anfängen auf der Düsterlohe und lassen uns das Vereinsleben mit allen Höhen und Tiefen der Fußballer erleben. Übrigens, das heutige Sportgelände am damaligen Düsterloher Weg wurde erstmals im Jahre 1908 als Spielplatz an den "...hiesigen Verein zur Förderung der Volks- und Jugendspiele ..." verpachtet und anschließend vom FC Rantzau und BMTV genutzt. Heute gilt die Düsterlohe samt SSV-Vereinsheim als die Heimat der Fußballer vom SSV Rantzau. Hier trainieren und spielen sie und feierten im Jahre 2012 ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum.
Heute die erste Folge nach der Vereinsgründung im Jahre 1912
1912 Diese Aufnahme zeigt das erste Fußballspiel auf der Düsterlohe. Die Vereinsgründung war kurz zuvor im damaligen "Waldschlösschen" in der Großen Gärtnerstr. erfolgt. Im Hintergrund bereits eine ansehnliche Anzahl von Zuschauern, die bei diesem neuen Volkssport leidenschaftlich mit fieberten. Übrigens, der Verein hieß damals "FC Rantzau", da beabsichtigt war, ausschließlich Fußball zu spielen. Erst ab 1945 erfolgte die Neugründung als "SSV Rantzau". (Spiel- und Sportverein mit diversen Sparten).
1913 Ligamannschaftsfoto des FC Rantzau auf der Düsterlohe. Links auf der Brust die Buchstaben "FCR" (FC Rantzau) von links: Heinr. Lauke, H. Weitendorf, Helmut Saß, Max Puter, W. Rachow, R. Butenschön, W. Rehrbehn, Chr. Haack, Paul Gediger, A. Möller, Johs. Vossbeck sowie der 1. Vorsitzende Heinrich Kaeckerey (Vereinsmitbegründer und späteres Ehrenmitglied)
1916 FC Rantzau auf der östlichen Seite des Sportplatzes Düsterlohe (im Hintergrund das 1916 eingeweihte Krankenhaus der Grafschaft Rantzau / heute Jugendbildungsstätte) Die hinter dem Tor sichtbaren Linden rahmen auch heute noch die "Hannes-Vollstedt-Allee" (benannt nach unserem früheren Platzwart und “SSV-Original”)) von links: Hans Kühl, Erich Kühl, Lauke, Thies, Ernst Biesterfeldt (Vereinsmitbegründer und späteres Ehrenmitglied), Prange, Markmann, Abel, Pieper, Rathsach, Schmuck, Schiedsrichter Möller

1917 FC Rantzau - Friedrichsort (Kriegsmarine Kiel) 3: 3 Mit der Besatzung des damaligen “Linienschiffes Kiel” bestand auf sportlicher Ebene seinerzeit ein recht freundschaftliches Verhältnis. Die Rantzauer rechts im Bild. Stehend, von links: Jürgens, Bornemann, "Kiste" Haack, Karl Haack, Wohlt Mittlere Reihe: Drath, Schmuck (Vater "unseres" leider früh verstorbenen Günter Schmuck), Markmann Vorn sitzend: Gosch, Prange, Ernst Biesterfeldt Ganz links im Anzug Schiedsrichter Heinrich Kaeckerey, Mitte im Anzug Betreuer Hinz
Bericht und Fotos Siegfried Seidler